Warum bActivate funktioniert: Die Wissenschaft hinter der Biofilm-Aktivierungstherapie
Bei vielen Problemstuten verhält sich Streptococcus equi subspecies zooepidemicus nicht wie eine gewöhnliche Oberflächeninfektion. Stattdessen zeigen diese Bakterien folgendes Verhalten:
- Sie siedeln sich mehrere hundert Mikrometer tief im Endometrium an
- Sie gehen in einen ruhenden (persistierenden) Zustand über
- Sie entziehen sich dem Nachweis durch herkömmliche Uterustupfer
- Sie tolerieren Antibiotika aufgrund ihrer metabolischen Inaktivität
Dieser Mechanismus ist in der wissenschaftlichen Literatur umfassend dokumentiert.
Wissenschaftliche Grundlagen der bActivate-Methode
1. Tiefenlokalisierung von Streptococcus zooepidemicus
Petersen et al., 2009 – Clinical Theriogenology
Diese Studie wies nach, dass S. zooepidemicus bei chronischen Infektionen 300–500 µm unterhalb der luminalen Oberfläche lokalisiert ist. Dies erklärt, warum herkömmliche Tupferproben die Infektion nicht erfassen können.
2. Intrazelluläres Überleben
Skive et al., 2017 – Frontiers in Cellular and Infection Microbiology
Diese Arbeit zeigte, dass S. zooepidemicus in Epithelzellen eindringen und dort überleben kann. Dadurch können Infektionen trotz scheinbar unauffälliger Diagnostik fortbestehen.
Skive et al., 2017
3. Ruhende Bakterienzustände und die Notwendigkeit der Aktivierung
Petersen & Bojesen, 2015 – Clinical Theriogenology
Diese Publikation belegte, dass bActivate als Resuszitationsfaktor wirkt, der ruhende Streptokokken zur Reaktivierung bringt und sie damit in der Standardkultur nachweisbar macht.
Rossdale Non-Pregnant Mare Course (2025) – Bertram
Hier wurde gezeigt, dass ruhende Streptokokken Konzentrationen bis zum 10.000-Fachen der MHK von Penicillin überleben können — ein klarer Beweis dafür, dass Antibiotika allein ruhende Infektionen nicht beseitigen können.
Klinische Ergebnisse bei Vollblutstuten
Ein wegweisendes klinisches Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Hagyard, Davidson & McGee unter der Leitung von Dr. Kirstina Lu, DVM, Dipl. ACT durchgeführt.
Profil: Dr. Kirstina Lu – Hagyard Equine Medical Institute
Studienpopulation: Vollblutstuten, die trotz ordnungsgemäßem Management und Belegung mit nachweislich fertilen Hengsten über drei oder mehr Zyklen güst geblieben waren.
Wesentliche Ergebnisse nach Aktivierung und gezielter Behandlung:
- Die Nachweisbarkeit verborgener Streptokokkeninfektionen stieg deutlich an
- Nahezu alle Stuten wurden nach systemischer und intrauteriner Therapie bakteriologisch negativ
- Nur eine Stute blieb positiv — diese hatte ausschließlich eine intrauterine Behandlung erhalten
Dies bestätigt die Wirksamkeit des klinischen Behandlungspfads: Aktivierung → Nachweis → Gezielte Behandlung → Verbesserte Trächtigkeitsraten
Bedeutung für Züchter
Herkömmliche Uterustupfer erfassen bis zu 75 % der ruhenden Infektionen bei subfertilen Stuten nicht. Unerkannte Infektionen führen zu wiederholten Leerzyklen, frühem Embryonalverlust, erheblich steigenden Tierarztkosten und verkürzter reproduktiver Nutzungsdauer.
bActivate schließt diese diagnostische Lücke, indem es ruhende Bakterien zur Reaktivierung zwingt und sie so vor Beginn der Decksaison behandelbar macht.
Beteiligte Wissenschaftler und Partner
Prof. Anders Miki Bojesen, Universität Kopenhagen
LinkedIn – Prof. Anders Miki Bojesen
Dr. Morten Rønn Petersen, Klinische Reproduktions- und Fertilitätsforschung
LinkedIn – Dr. Morten Rønn Petersen
Dr. Kirstina Lu, DVM, Dipl. ACT – Hagyard Equine Medical Institute
Dr. Kirstina Lu – Hagyard Equine Medical Institute
Fazit
bActivate bietet eine wissenschaftlich fundierte und klinisch bewährte Lösung für eine der am häufigsten übersehenen Ursachen von Infertilität bei Stuten.
Durch die Identifizierung und Behandlung ruhender Uterusinfektionen verbessern sich die Trächtigkeitsraten, sinkt die Anzahl erfolgloser Zyklen, werden Tierarztkosten reduziert und können wertvolle Zuchtsaisons gerettet werden.
bActivate steht für den Wandel von der Versuch-und-Irrtum-Zucht hin zur präzisen Reproduktionsmedizin.